Kursdetails

Religion als Brücke – Perspektiven für Respekt und ein friedliches Zusammenleben

VBE - Religionspädagogischer Fachtag

In Zusammenarbeit mit dem VBE in NRW, dem Pädagogischen Institut der ev. Kirche von Westfalen und dem Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund

Zielgruppen / Adressat*innen: Religionspädagog*innen aller Schulformen

Der Religionspädagogische Fachtag lädt dazu ein, Religion als verbindende Kraft in einer pluralen Gesellschaft zu entdecken. In Vorträgen und praxisnahen Workshops geht es um Respekt, Dialog und Verantwortung sowie um konkrete Impulse für einen Religionsunterricht, der zu einem friedlichen Zusammenleben beiträgt.

Hier geht es direkt zur Anmeldehomepage: https://religionsfachtag.vbe-nrw.de/event_workshops.php


Hauptvortrag:

Referent: Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster, Professor für Islamische Religionspädagogik

Titel: "Schulter an Schulter statt nur Face to Face. Abrahamitische Verantwortung zwischen Glaube, Respekt, Freiheit und gesellschaftlichem Handeln"

Beschreibung: Die Gegenwart ist geprägt von tiefgreifenden Krisen: Klimawandel, Kriege, Flucht, soziale Ungleichheit, Antisemitismus und die Gefährdung demokratischer Grundwerte stellen Gesellschaften weltweit vor grundlegende ethische Fragen. Der
Vortrag entwickelt aus jüdischer, christlicher und islamischer Perspektive eine gemeinsame theologische Antwort auf diese Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht die Idee einer gegenseitigen Verantwortung der abrahamitischen Religionen, die über klassischen interreligiösen Dialog hinausgeht. Statt einander gegenüberzustehen, sind Judentum, Christentum und Islam eingeladen, gemeinsam auf die verletzte Welt zu blicken und Verantwortung für sie zu übernehmen. Der Vortrag zeigt, wie zentrale Glaubensüberzeugungen aller drei Traditionen – von der Weltverbesserung über die Nächstenliebe bis zur Stellvertreterschaft des Menschen – zu einer gemeinsamen Ethik führen können, die Religion nicht als Rückzugsraum, sondern als Kraft zur Gestaltung einer gerechteren und menschlicheren Welt versteht.


Workshops:

Workshop 1:

Referent: Dr. Darjusch Bartsch, M. A., M. A. of Educational Media, Religionspädagoge

Titel: Islam und Soziale Medien – mediengestütztes Lernen für ein friedliches Zusammenleben

Beschreibung: Soziale Medien sind für viele Kinder und Jugendliche ein zentraler Informations- und Erfahrungsraum – auch wenn es um Religion, Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit geht. Inhalte zum Islam begegnen ihnen dort in sehr unterschiedlichen Formen: sachlich, persönlich, kreativ, aber auch verkürzt, polarisierend oder bewusst provokativ. Für Schule und Unterricht ergibt sich daraus die Aufgabe, junge Menschen zu einem reflektierten, kritischen und dialogfähigen Umgang mit religiösen Inhalten in digitalen Medien zu befähigen. Der Workshop nimmt die Wechselwirkungen von Islam, Sozialen Medien und Unterrichtspraxis in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mediengestütztes Lernen dazu beitragen kann, Vorurteile abzubauen, religiöse Vielfalt sichtbar zu machen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Anhand konkreter Beispiele aus Sozialen Medien sowie praxisnaher Unterrichtsideen werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Lehrkräfte das Thema altersgerecht, sensibel und kompetenzorientiert im Unterricht aufgreifen können. Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen sowie pädagogische Fachkräfte, die sich mit Religion, Medienbildung und Demokratiebildung im schulischen Kontext auseinandersetzen möchten.


Workshop 2:

Referentin: Prof. Dr. Naciye Kamcili-Yildiz, islamische Religionspädagogin, Universität Paderborn

Titel: Muslimische Feste im christlichen Religionsunterricht interreligiös erschließen
Beschreibung: Wie können muslimische Feste im christlichen Religionsunterricht so thematisiert werden, dass sie fachlich fundiert, lebensweltlich anschlussfähig und dialogisch erschlossen werden? Der Workshop stellt praxisnahe Zugänge zum interreligiösen Lernen in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Ramadan, ʿId al-Fitr (Zuckerfest) und ʿId al-Adha (Opferfest) als Lernanlässe für grundlegendes Orientierungswissen, Perspektivwechsel oder Empathie genutzt werden können.

Gearbeitet wird mit den Kamishibai-Karten zu Betül und Nele. Das bildgestützte Erzählen ermöglicht Gesprächsanlässe, die Kinderfragen aufgreifen, unterschiedliche Deutungen sichtbar machen und stereotype Zuschreibungen gezielt vermeiden helfen.


Workshop 3:

Referentin: Jannika Haupt, ev. Religionslehrerin an der ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck, „Schule gegen Rassismus“

Titel:  Verhandlungsraum Religion – Die Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen im Gespräch: „Vielfalt achten, Gemeinschaft stärken“

Beschreibung: Dialogfähig sein, über Neues staunen, eigene Traditionen kennenlernen, um angstfrei neugierig auf andere Traditionen zu sein – das ist Kern des religiösen Lernens und Lebens an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck. Der Workshop stellt die zugrunde liegende Konzeption vor und zeigt, welche Elemente als tragende Bausteine in der schulischen Praxis dienen.

Themenschwerpunkte:
- Verantwortung der abrahamitischen Religionen
- Islam und Soziale Medien
- Muslimische Fest im RU erschließen
- Verhandlungsraum Religion

Kursnummer 26211122
Termin Do. 24.09.2026 09:30 - 15:30 Uhr
Leitung Prof. Dr. Paul Platzbecker (IfL), Ina Annette Bierbrodt (Ev. Schulreferat Dortmund), Sonja Gänsel (VBE)
Referent*innen Dr. Darjusch Bartsch (ZIT Münster), Jannika Haupt, Prof. Dr. Naciye Kamcili (Universität Paderborn), Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (ZIT Münster)
Kursort
  • Reinoldinum, Schwanenwall 34, 44135 Dortmund
Zuordnung RRSQ 2.6 Lern- und Bildungsangebot
4.1 Lehrerbildung
Material

Kursgebühr:

Für VBE-Mitglieder 20,00 € und für Nicht-VBE-Mitglieder 50,00 € (inkl. Mittagessen).

Anmeldung über: https://religionsfachtag.vbe-nrw.de/event_workshops.php
Anmeldung möglich