Antisemitismus-Prävention durch literarisches Lernen - Modul 2
Offen oder verdeckt antisemitisches Verhalten ist ein gesellschaftliches Problem, das auch vor den Schultoren nicht Halt macht. „Du Jude“ z. B. als selbstverständlich verwendetes Schimpfwort unter Jugendlichen zeugt von Vorurteilen und Einstellungen, die ein Klima der Einschüchterung und Gewalt im Schulalltag und darüber hinaus befördern. In den KMK-Empfehlungen (2021) wird daher Antisemitismus-Prävention und Bekämpfung als drängende Aufgabe aller an Schule Beteiligten benannt.
Wie kann man Schüler*innen dazu befähigen, antisemitische Tendenzen im Miteinander zu erkennen, sie kritisch zu reflektieren und eine eigene, verantwortungsvolle und mündige Haltung zu entwickeln?
Ein wirksamer Zugang unter vielen ist die Sensibilisierung durch fiktionale Gestaltungsformen wie z.B. Graphic Novels, Romane und deren filmische Umsetzung. Sie eröffnen mit der Möglichkeit des Sich-Einfühlens in vertraute und fremde Positionen die Chance der Auseinandersetzung mit unvertrauten Kontexten und fordern zur Reflexion der eigenen Haltung und von Handlungsalternativen auf.
In drei inhaltlich unterschiedlich ausgerichteten Webinaren werden wir anhand ausgewählter literarischer, grafischer und audiovisueller Texte veranschaulichen, wie antisemitismuskritische Bildung in den Fachunterricht integriert werden kann. Die drei Webinarteile sind als Gesamtpaket oder unabhängig voneinander buchbar.
Im zweiten Teil der Webinar-Reihe wird der Blick ganz auf den Antisemitismus in der Zeit des Nationalsozialismus gelegt.
Es ist auffällig, dass in jüngster Zeit in der Nachfolge von Art Spiegelmans Comic „Maus“ die Graphic Novel zunehmend als Ausdrucksform für die biografische Auseinandersetzung mit jüdischem Leben und Leiden in der NS-Zeit genutzt wird, wobei die Grenzen vom grafisch gestalteten Sachbuch zum gezeichneten Roman unscharf sind. Kann das Unsagbare auf diese Weise „besser“ Ausdruck finden? Welches Potential bietet diese Form der Gestaltung – für die jüdischen Autor*innen und für ein tieferes Verstehen jugendlicher Leser*innen heute? (s. auch: Kursnummer von 25211207-C)
Themenschwerpunkte:
- Unterrichtliche Zugänge zu grafisch gestalteten Aufzeichnungen und Erinnerungen von Opfern des Holocaust (Folman/Polonsky: Das Tagebuch der Anne Frank), von Überlebenden (Yelin/Libicki/Selitar: Aber ich lebe) und Nachfahren (Schaalburg: Der Duft der Kiefern)
- Historische, dokumentarische, biografische sowie künstlerisch-gestalterische Zugänge für antisemitismuskritische Bildung durch Literatur im Fachunterricht nutzen
| Kursnummer | 25211207-B |
| Termin | Di. 20.01.2026 15:30 - 17:30 Uhr |
| Leitung | Dr. Kristin Konrad, Karin Kottenhoff (IfL) |
| Referent*innen | Dr. Kristin Konrad, Karin Kottenhoff (IfL) |
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| Zielgruppen / Adressat*innen | Interessierte Lehrende, vor allem der Fächer Deutsch, Religion, Geschichte, Politik, Kunst |
| Zuordnung zum RS | 2 Lehren und Lernen |
