Kursdetails

Antisemitismus-Prävention durch literarisches Lernen - Modul 3

Offen oder verdeckt antisemitisches Verhalten ist ein gesellschaftliches Problem, das auch vor den Schultoren nicht Halt macht. „Du Jude“ z. B. als selbstverständlich verwendetes Schimpfwort unter Jugendlichen zeugt von Vorurteilen und Einstellungen, die ein Klima der Einschüchterung und Gewalt im Schulalltag und darüber hinaus befördern. In den KMK-Empfehlungen (2021) wird daher Antisemitismus-Prävention und Bekämpfung als drängende Aufgabe aller an Schule Beteiligten benannt.


Wie kann man Schüler*innen dazu befähigen, antisemitische Tendenzen im Miteinander zu erkennen, sie kritisch zu reflektieren und eine eigene, verantwortungsvolle und mündige Haltung zu entwickeln?


Ein wirksamer Zugang unter vielen ist die Sensibilisierung durch fiktionale Gestaltungsformen wie z.B. Graphic Novels, Romane und deren filmische Umsetzung. Sie eröffnen mit der Möglichkeit des Sich-Einfühlens in vertraute und fremde Positionen die Chance der Auseinandersetzung mit unvertrauten Kontexten und fordern zur Reflexion der eigenen Haltung und von Handlungsalternativen auf.


In drei inhaltlich unterschiedlich ausgerichteten Webinaren werden wir anhand ausgewählter literarischer, grafischer und audiovisueller Texte veranschaulichen, wie antisemitismuskritische Bildung in den Fachunterricht integriert werden kann. Die drei Webinarteile sind als Gesamtpaket oder unabhängig voneinander buchbar.



In der öffentlichen Debatte nimmt die Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israelis nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 bis in die Universitäten und Schulen hinein einen breiten Raum ein und wirkt spalterisch. Antisemitismus ist in diesem Kontext Teil der komplexen Geschichte Israels und Fokusthema des dritten Teils der Webinarreihe.

"Geschichte wird lebendig, wenn man die Menschen dahinter versteht. Das gilt auch und gerade für den Nahost-Konflikt" – so der Verlagstext zu Anja Reumschüssels Roman „Über den Dächern von Jerusalem“ (2023), der in der Gegenwart verortet und doch mit Rückblicken bis zur Zeit der Staatsgründung Israels versehen ist. Neben einer Kontextualisierung zum Verhältnis von Islam und Judentum werden wir gemeinsam reflektieren, wie Reumschüssels Roman eingesetzt werden kann, um jungen Leser*innen ein differenziertes Bild des Nahost-Konfliktes zu vermitteln und sie zugleich zu einer reflektierten Positionierung zu befähigen.

Themenschwerpunkte:
- Lernende anleiten, Israel-kritische und Palästina-kritische Äußerungen auf dem historischen Hintergrund einordnen zu können und diese von antisemitischen und Palästina-feindlichen Äußerungen unterscheiden zu können
- Einen literarischen Text zum „Probehandeln“ nutzen, um Lernende handlungsfähig im Sinne der Antisemitismus-Prävention zu machen

Kursnummer 25211207-C
Termin Mi. 11.03.2026 15:30 - 17:30 Uhr
Leitung Dr. Kristin Konrad, Karin Kottenhoff (IfL)
Referent*innen Dr. Kristin Konrad, Karin Kottenhoff (IfL)
Kursort
  • Webinar, digital, Zoom
Zielgruppen / Adressat*innen Interessierte Lehrende, vor allem der Fächer Deutsch, Religion, Geschichte, Politik, Kunst
Zuordnung zum RS 2 Lehren und Lernen

Kursgebühr:

Die drei Webinare sind als Gesamtpaket für 60,00 € oder unabhängig voneinander für je 25,00 € buchbar. Das Gesamtpaket wird mit dem ersten Modul gebucht und ist nicht erstattungsfähig.

Anmeldung möglich
Anmeldung möglich