Kursdetails

Kleist, Erpenbeck & Co: Zum unterrichtlichen Umgang mit den Lektürevorgaben des Zentralabiturs im Fach Deutsch

Die beiden aktuellen Lektürevorgaben für das Zentralabitur im Fach Deutsch, Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ und Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“, eröffnen Deutschlehrkräften der Sekundarstufe II vielfältige Möglichkeiten, zentrale Kompetenzen des Oberstufenunterrichts zu fördern – von der analytischen Textinterpretation über ein historisches Textverständnis bis hin zur reflektierten Auseinandersetzung mit Sprache, Macht und gesellschaftlichen Strukturen. Dass wir – Schüler*innen wie Lehrende - in Zeiten von KI leben, erweist sich dabei gerade im Umgang mit älteren und komplexer gestalteten Texten gleichermaßen als Chance und als Herausforderung. Die Fortbildung lädt dazu ein, beide Werke im Dialog zu betrachten und produktive Zugänge für die Unterrichtspraxis zu entwickeln.


Kleists Komödie um Schuld, Täuschung und Selbstentlarvung stellt die Frage nach Wahrheit, Verantwortung und Recht in einer Ordnung, die selbst fragwürdig geworden ist. Sie lässt sich als scharfsinnige Studie über Machtmissbrauch, Sprachverwirrung und menschliche Fehlbarkeit lesen – Themen, die bis in die Gegenwart hineinwirken. Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ wiederum erzählt in poetisch verdichteter Form von einem Haus am See und den Menschen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts darin wohnen – ein Text über Vergänglichkeit, Besitz, Schuld und Erinnerung, in dem deutsche Geschichte in privaten Lebensräumen sichtbar wird. Beide Werke werfen damit Fragen nach individuellen und kollektiven Formen von Verantwortung auf und eröffnen Zugänge zu lebensweltlich relevanten, zentralen Themen des Deutschunterrichts: Identität, Geschichtsbewusstsein, Sprache als Machtinstrument und Literatur als Medium gesellschaftlicher Selbstreflexion.


Die Fortbildung bietet praxisnahe Anregungen, wie sich der sprachlich anspruchsvolle Kleist-Text durch gezielte sprachliche Entlastung, szenische Verfahren und dialogisches Lesen zugänglich machen lässt. Aspekte der Rezeption auf der Bühne, im Film oder in den digitalen Medien werden dabei berücksichtigt. Darüber hinaus werden inhaltliche und formale Vergleichsaspekte zwischen den beiden Abiturlektüren und weiteren Werken behandelt – etwa zu Strukturen und Funktionen des Dramas bei Büchner oder Dürrenmatt und zu Erzählverfahren bei Wolf oder Bachmann. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Frage, wie diese Bezüge in der Unterrichtsplanung sinnvoll genutzt und in den verschiedenen Klausurformaten der gymnasialen Oberstufe umgesetzt werden können. Ziel ist es, mit Blick auf die beiden Lektürevorgaben gemeinsam ein methodisch und fachlich fundiertes Repertoire zu erarbeiten, um Schüler*innen zu einem vertieften literarischen Verstehen, selbstständigen Deuten und reflektierten Vergleichen und zu befähigen.

Themenschwerpunkte:
- Herausforderungen im Literaturunterricht der gymnasialen Oberstufe: Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ und Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ - Kontextualisierung
- Methodisch-didaktische Zugänge und Aspekte der Texterschließung erproben und reflektieren
- Rezeption und intertextuelle Bezüge (auch multimodal vermittelt)
- Strukturell unterschiedliche Dramen- bzw. Erzähltexte vergleichend betrachten

Kursnummer ABRUF11210
Termin Der Termin kann mit der Kursleitung abgestimmt werden.
Leitung Karin Kottenhoff (IfL)
Referent*innen Karin Kottenhoff (IfL)
Kursort

Zu diesem Kurs sind keine Orte verfügbar.

Zielgruppen / Adressat*innen Deutschlehrer*innen in der Sek II
Zuordnung zum RS 2 Lehren und Lernen
Material

Kursgebühr:

Die Höhe des Kursentgeltes kann bei der Kursleitung erfragt werden.

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um ein schulinternes Abrufangebot, welches präsentisch durchgeführt wird.

Anmeldung möglich